Max und die Wilde Sieben: Die Drachenbande

Dieses Buch erhielt den LesePeter Januar 2017. Die Veröffentlichung der Begründung erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Arbeitsgemeinschaft Jugendliteratur und Medien.

Max ist ein 9-jähriger Junge, der an einem für sein Alter sehr ungewöhnlichen Ort wohnt, einem Altenheim. Dieses befindet sich auf einer alten Burg und seine Mutter verdient als Altenpflegerin den Lebensunterhalt für die beiden. Die Mahlzeiten nimmt Max am Tisch Nummer 7 zu sich, an dem außer ihm der emeritierte Biologie-Professor Kilian, der ehemalige Fußballtrainer Horst und die inzwischen in die Jahre gekommene Schauspielerin Vera sitzen. Zusammen sind sie die Wilde Sieben, ein flottes Detektivquartett, das bereits in den beiden vorherigen Bänden mit “Max und die wilde 7” knifflige Detektivfälle lösen konnte. In diesem Band verzieren gleich nach dem Inhaltsverzeichnis Illustrationen mit Vermisstenanzeigen von Tieren eine Doppelseite und lassen unschwer erkennen, welche Art von Rätsel es diesmal aufzuklären gilt. Eine Bande entführt Katzen und Hunde und wenig später ist auch Max’ Kater Motzkopf verschwunden. Doch Max hat den Motorradfahrer und einen Mann mit Drachen-Tattoo gesehen und da die Polizei nicht ermitteln will, nimmt der Junge gemeinsam mit den drei Oldies die Jagd nach der Drachen-Bande auf.

“Die Drachen-Bande” ist eine Detektivgeschichte, die Kinder und erwachsene Vorleser (sofern sie noch vorlesen) überzeugt. Während die Leser fleißig mitraten und Vermutungen über die Täter und deren Motiv entwickeln, werden sie mit viel Humor bestens unterhalten. Besonders die schrulligen Alten mit ihren Eigenheiten geben immer wieder Anlass zum Schmunzeln. Wiederholt liefern sich Kilian, Horst und Vera lautstarke Wortgefechte, so dass Max die Rolle des Schlichters einnimmt und sich erwachsener als die drei Alten benimmt. Dabei schwingt stets ein liebevoller Ton mit, denn jeder weiß, was er am anderen hat, und im Ernstfall halten sie natürlich zusammen. Weitere Figuren wie der Lehrer Herr Weber oder Oberschwester Cordula sind mit ihrer Strenge überspitzt und komisch dargestellt und so mancher (Spitz-)Name wie Motzkopf, Herr Mieseweber oder Oma Schlimmi gibt bereits Auskunft über den Charakter der entsprechenden Person, führt aber an anderer Stelle schnell auf die falsche Fährte. Polizeimeister Poschke hinterlässt ebenfalls kein gutes Bild und der besser informierte Leser möchte am liebsten ins Geschehen eingreifen und ihn davon überzeugen, die Ermittlungen aufzunehmen.

Neben seinem vermissten Kater beschäftigen Max weitere Sorgen. Eine davon heißt Ole, geht in seine Klasse und macht Max und weiteren MitschülerInnen das Leben schwer. Dank der klugen Ratschlägen seiner altersweisen Freunde findet er Wege, sich gegen das Mobbing zu wehren und fährt kleine Siege gegen Ole ein. Deutlich stärker belastet ihn ein Geheimnis seiner Mutter, das er zufällig lüftet. Die darauffolgende Eskalation zwischen Mutter und Sohn ist für beide Seiten verletzend und Max kann sich glücklich schätzen, dass er in schwierigen Situationen auf die drei Alten zählen kann. Damit weist die Erzählung drei Handlungsstränge auf, die einander abwechseln und teils gekonnt miteinander verwoben sind. Ihre zeitversetzten Spannungsbögen halten die Spannung bis zum Schluss aufrecht.

Im Gewand einer humorvollen Detektivgeschichte wird ein relevantes Thema unserer überalternden Gesellschaft transportiert. Statt wechselseitigem Unverständnis, das die Basis für Generationskonflikte zwischen Jung und Alt bildet, zeichnet diese Erzählung einen Weg, von dem beide Seiten profitieren, ohne bestehende Konfliktpotentiale zu negieren. So zeigt dieses Kinderbuch, wie wertvoll ein Austausch zwischen den Generationen für alle Beteiligten sein kann.